Auf den Spuren der Ahnen durch Arnstadt gewandelt

Vor längerer Zeit, als ich von den letzten Entdeckungen meiner Ahnenforschung im kleinen Familienkreis erzählte, wünschte sich meine Großtante, einmal Dornheim zu besuchen, den Geburtsort ihre Mutter Martha POLASKI geb. ORPHALL.

Dornheim liegt wenige Kilometer östlich von Arnstadt im thüringischen Ilm-Kreis. Der reichlich 500 Einwohner zählende Ort gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg. Im Jahr 815 in einer Besitzurkunde des Klosters Hersfeld zum ersten Mal urkundlich erwähnt, beschreiben ein kleines Schloss, die Hexenverfolgung und ein Treffen dreier Monarchen nur einige Kapitel der spannenden Geschichte des Ortes, über den übrigens vor wenigen Monaten auch ein Ortsfamilienbuch erschienen ist.

Die Recherchen zur Vorbereitung des Ausfluges wurden immer wieder von Alltag und anderen Vorhaben unterbrochen. Immerhin konnte in der Zwischenzeit die Familiengeschichte der Polaskis ein wenig aufgearbeitet werden. Dabei kam auch heraus, dass sie sich nur neun Jahre in Dornheim aufhielten, im nahegelegenen Arnstadt hingegen mehrere Jahrzehnte.

Am 7. Dezember unternahmen wir schließlich unseren Ausflug und besuchten einige der Wohnplätze unserer Vorfahren.

Zum Auftakt ging es nach Dornheim. Wir fuhren eine Runde durch den Ort und entdeckten schließlich die Kirchturmspitze, die unseren ersten Halt markieren sollte. Direkt am Gottesacker geparkt erkundeten wir das Areal der Dornheimer Kirche. In dem schmucken Gotteshaus heirateten 1707 Johann Sebastian Bach und Maria Barbara Bach (seine Cousine zweiten Grades). 193 Jahre später, am 9. September 1900 , wurde hier meine Urgroßmutter Martha ORPHALL getauft. Sie war das erste Kind der Eheleute Ernst ORPHALL und Emma geb. ADAM.

Großtante Annemarie vor der Kirche in Dorndorf, 7. Dezember 2020

Bereits sieben Jahre nach der Geburt von Martha ORPHALL verließ die Familie den Ort in Richtung Arnstadt. Mehrere Zweige der Familie waren dort (mindestens) über Jahrzehnte ansässig, gingen ihrer Arbeit nach, erzogen ihre Kinder und meisterten ihren Alltag in Friedenszeiten und Jahren des Krieges.

Die Familien, auf deren Spuren wir wandelten, waren:

  1. Johann Carl August MEYER (* 1840 Gehren, † 1906 Arnstadt?) mit seinen Kindern erster Ehe (u.a. meine Ururoma Ida MEYER) und seinen Frauen zweiter und dritter Ehe Ernestine Friedericke TREFFLICH (1846 – 1897) und Rosette DÖRNFELD (1859 – 1930)
  2. Hugo POLASKI (* 1855 Kraschen – ?) und Ida MEYER (* 1869 Hamburg – ?) mit fünf Kindern
  3. Hans POLASKI (* 1898 Erfurt, † 1967 Pößneck) und Martha geb. ORPHALL (* 1900 Dornheim, † 1980 Ranis)

In einer kleinen Zeitreise spazierten wir entlang der Wohnadressen unserer Vorfahren durch Arnstadt, entdeckten den Zugang zum “Puppenhaus” wieder und weckten Kindheitserinnerungen meiner Großtante.

Wie kam die Familie von Arnstadt in die Burgstadt Ranis, wo Annemarie heute noch lebt? Vater Hans POLASKI nahm um 1930 eine Stelle in der Maxhütte Unterwellenborn an, wo er schwere Arbeit am Hochofen verrichtete.

Dieser Ortswechsel war für uns Nachgeborene von großer Bedeutung, denn ohne ihn gäbe es weder uns noch diesen Blog. Meine aus Arnstadt zugezogenen Urgroßeltern, die bereits drei Söhne hatten, bekamen hier noch ein Töchterchen, meine Großtante und Reisegefährtin Annemarie, sowie vier weitere Söhne, unter ihnen mein Großvater Roland (1930 – 2016). Dieser lernte hier seine spätere Frau Thea geb. HAGEN kennen

Es hat Spaß gemacht, die Orte aufzusuchen, an denen unsere Vorfahren einst lebten und arbeiteten. Eine solche Zeitreise kann ich allen ans Herz legen, die sich für die Geschichte(n) ihrer Familie interessieren.

Um die „Original-Schauplätze“ besuchen zu können, waren umfangreiche Recherchen notwendig. Welche Quellen hilfreich waren und anderen Forschenden vielleicht ebenso nützlich sein können, wird in diesem Beitrag im Blog der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familiengeschichte genauer beschrieben.

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