netzwerkeln #3 – Facebook

netzwerkeln #3 – Facebook

Die dritte Etappe der kleinen Städtereise ins Land der Social Media führte unsere Reisegruppe zu Facebook. Das 2004 von Mark Zuckerberg gegründete soziale Netzwerk wird zusehends weniger genutzt, die Mitgliederzahl von etwa 2,5 Milliarden ist trotzdem noch sehr beeindruckend.

In letzter Zeit nutzte ich Facebook ausschließlich privat, deshalb war ich sehr neugierig, wie sich Bibliotheken dort präsentieren.

Der Deutsche Bibliotheksverband ist bei Facebook natürlich vertreten. Hier wird auf Termine und Projekte hingewiesen, Beiträge aus Funk und Fernsehen (bzw. auf digitalen Plattformen der Sendeanstalten) vorgestellt und empfohlene (Blog-)Beiträge von Bibliotheken geteilt.

Sieht man sich die BibCharts an, ein Ranking zur Nutzung von Social-Media-Angeboten der Bibliotheken (sortiert nach den Facebook-Zahlen), fällt auf, dass die erfolgreichsten Einrichtungen im deutschsprachigen Raum aus Österreich und der Schweiz kommen, allen voran die Büchereien Wien mit aktuell über 66.000 Abonnenten. Die erste deutsche Bibliothek ist die Bayerische Staatsbibliothek auf Platz 5.

Das zur Zeit allesbeherrschende Thema ist erwartungsgemäß Corona. Viele Einrichtungen informieren über Wiedereröffnungen, Bücherbestelldienste, Mund- und Nasenschutzpflicht. Wärend der Schließzeiten gab es beispielsweise Benutzungsanleitungen, Lektüretipps, Webinar-Hinweise, Vorstellungen Dokus und Podcasts.

Die für mich interessanteste Entdeckung war die Facebook-Gruppe Bibliothekare, FAMIS, Archivare und Dokumentare. Wie der Name schon vermuten lässt sind nicht die Bibliotheknutzer Zielgruppe, sondern Mitarbeitende in Bibliotheken, Archiven, Informations- und Dokumentationseinrichtungen.
Hier werden branchenbetreffende Medienbeiträge, Weiterbildungen und Stellenangebote geteilt, aber vor allem Diskussionen angeregt, die unseren Arbeitsalltag betreffen. Die Gruppe ist sehr aktiv, Fragen bleiben nicht unbeantwortet im Raum stehen. Auch die Lese- und Sehempfehlungen gefallen mir, wie die die Darstellung der Rolle der Stasi in der Deutschen Bücherei.

Mein Fazit: Facebook-Seiten sind ein Weg, Bibliotheksnutzer zu informieren. Aber auch die Kommunikation spielt eine wesentliche Rolle. Nutzer greifen nicht immer zum Telefon, wenn sie Fragen zu Öffnungszeiten und Leihbedingen haben, sondern nutzen für Anfragen auch Kommentarfunktion und Messenger.
Ein nicht unerheblicher Punkt, Facebook-Beiträge können genutzt werden, um den Einrichtungen ein Gesicht zu geben. Bibliotheksmitarbeiter, die Neuerscheinungen präsentieren, mundgeschützt am Ausleihtresen auf die nächsten Benutzer warten oder Recherchemöglichkeiten vorstellen, belegen, dass Bibliotheken keine bloßen Bücheraufbewahrungsorte sind.

Ein Gedanke zu „netzwerkeln #3 – Facebook

  1. Vielen Dank für das Teilen der Impressionen. Ich denke, Facebook ermöglicht Austausch auf einer Ebene, den offizielle Aktuelles-Meldungen nicht ermöglichen können.
    Ein wichtige Frage ist auch immer, welche Zielgruppe erreiche ich auf Facebook in welchem Umfeld? Ganz richtig ist daher die Erkenntnisse, dass darauf zugeschnittene Informationen werden immer zu Austausch führen und dafür, dass Bibliotheken ein “eigenes Gesicht” erhalten. Aber es bedeutet auch Aufwand und Zeit, die man dafür einsetzen muss.

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