netzwerkeln #1 – Cafébesuch erwünscht

netzwerkeln #1 – Cafébesuch erwünscht

Corona, Home Office – dieser Begriffe wird man so langsam überdrüssig. Aber die aktuelle Situation bietet einigen von uns die Möglichkeit, sich mit Dingen zu beschäftigen, für die im “normalen” (Arbeits-)Alltag wenig Zeit bleibt.

Auf Empfehlung meiner Beschäftigungsstelle, wie die Zeit zu Hause aktiv und weiterbildend genutzt werden kann, folgte ich einer Reiseempfehlung ins Land der Social Media. Der Online-Kurs “netzwerkeln” richtet sich speziell an Kolleginnen und Kollegen wissenschaftlicher Bibliotheken. Reisen fetzt, erst recht in dieser tourismusverkümmernden Zeit.

Da mich Social Media schon einige Zeit interessieren und ich sie regelmäßig (wenn auch zunehmend skeptisch) nutze, meldete ich mich für die Reisegruppe kurzerhand und sehr neugierig an. Die “Hausaufgabe” dieser Woche besteht darin, einen Blog-Beitrag zu schreiben.

Was jetzt kommt, kann erahnen, wer mich kennt – oder wer in einen gut kommentierten Kalender blickt, denn heute ist der Welttag des Buches. Mein erster netzgewerkelter Beitrag wird also, wie könnte es anders sein, eine Leseempfehlung,

Cafébesuche sind zum Schutze unserer Gesundheit derzeit untersagt. Eine Ausnahme ist das “Café am Rande der Welt”, das mir nun schon zum dritten Mal begegnete. Mein Erstbesuch stimmte mich skeptisch. Als ich John Streleckys gleichnamigen Roman zum ersten Mal in die Hand nahm, war ich ziemlich desillusioniert, was die Glaubwürdigkeit von Bestsellerlisten angeht. Auf diesen war das Büchlein aus dem dtv-Verlag, das ich nach wenigen Seiten links liegen ließ, ganz weit oben plaziert. Also drehte ich mich um und verließ das Café alsbald, ehe mich die Bedienung zum Bleiben überreden konnte.

Doch wie bei einem Gläschen “Rebensaft” oder Uisge Beatha gibt es für (fast) alles den richtigen Augenblick. Als ich das Buch in einer für mich sehr “spannenden” Lebensphase von einer lieben Kollegin geschenkt bekam, war es die richtige Lektüre zur richtigen Zeit. Was ich da erfuhr, auch über mich selbst, hat mich sehr inspiriert. Doch darum soll es hier gar nicht gehen, denn wer mitgezählt hat – ich schrieb ich ja von der dritten Begegnung mit dem Café.

Ehe die meisten Geschäfte coronabedingt schließen mussten, entdeckte ich in einer kleinen gutsortierten Buchhandlung Streleckys zweiten Café-Roman.

Auch in diesem Band fand ich mich und meine Umwelt immer wieder: Die meisten Menschen sind mit der Vorstellung vertraut, sich krankzumelden. Im Prinzip halten sie in ihrem Leben so lange durch, bis sie so krank werden, dass sie sich eine Pause gönnen müssen. Dann erholen sie sich während dieser Auszeit von den Dingen, die sie überhaupt erst krank gemacht haben. Nur um dann wieder genau die gleichen Dinge zu tun.“
Von mir sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde erleben tagtäglich, wovor ich gerade noch rechtzeitig entrinnen konnte.

John Strelecky stellt ein weiteres Mal Fragen, die wir uns alle beantworten sollten. Auf Handlung und Proganonisten einzugehen, oder eben jene Fragen, gar Antwortmöglichkeiten zu wiederholen, erscheint mir nicht geboten. Wer bereit ist, seinen Umgang mit sich und dem eigenen Leben zu hinterfragen, ist mit der Lektüre dieses Buches bestens bedient. Ja, mancher Dialog, die ein oder andere “Weisheit” wirkt auf mich schnulzig, (pseudo)moralisch, esoterisch überstrapaziert. Aber es lohnt sich, über die “Big five for life” und überhaupt all das nachzudenken, was uns John Strelecky mit auf den Weg gibt.

2 Gedanken zu „netzwerkeln #1 – Cafébesuch erwünscht

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