Wenn Vorfahren wieder reden können

Wer nach seinen Ahnen forscht, wird eher früher als später auf Genealogie-Portale wie Ancestry und MyHeritage stoßen. Über deren Geschäftsmodell, das Angebot digitalisierter Quellen oder die Glaubwürdigkeit dort eingestellter genealogischer Daten lässt sich trefflich streiten. Das soll an dieser Stelle aber nicht passieren. Stattdessen möchte ich auf eine Funktion bei MyHeritage hinweisen, die mich in den letzten Tagen sehr fasziniert hat.

Wer dort ein bezahltes Abo und Daten zu seinen Vorfahren hinterlegt hat, kann mit wenigen Mausklicks einen DeepStory erstellen. Dabei handelt es sich um eine kurze Videobiographie eines Ahnen, der seine Lebensgeschichte erzählt. MyHeritage nutzt die neuen Technologien, die es ermöglichen, einem hochgeladenen Foto Leben einzuhauchen und es zum Sprechen zu bringen. Das ist faszinierend, wenn auch vielleicht etwas makaber.

Die grundlegenden Informationen, die für die automatische Texterstellung genutzt werden, sind den bei MyHeritage hinterlegten Lebensdaten entnommen. Die Formulierungen sind etwas spröde, nicht sonderlich abwechslungsreich formuliert und auch Ortsangaben sind nicht immer glücklich genutzt. Allerdings lassen sich die gesprochenen Texte sehr einfach und schnell anpassen oder komplett neu schreiben. Auch ist es möglich, Bilder hochzuladen, die zu den einzelnen Kapiteln passen und in die Präsentation eingefügt werden.

In meinem Test widmete ich mich meiner Uroma Martha Orphall (1900 – 1980). Das Ergebnis fasziniert mich und soll an dieser Stelle gezeigt werden. Über den Nutzen kann sich jeder selbst ein Urteil bilden. Ich empfinde solche DeepStories als eine recht originelle Variante, Familiengeschichten zu präsentieren.

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